Spiritualität

Ich bin ein spiritueller Mensch. Ich bete vor und nach jeder Behandlung und gebe damit das Geschehen auch aus meiner kleinen, persönlichen Sphäre in die Obhut des Göttlichen. So erlebe ich grössere Wirkungen kausal, symptomatisch und in der Bewusstwerdung. Jede*r Heiler*in arbeitet ein wenig anders. 

Es ist nicht gebraucht, dass der Mensch, dem ich helfen darf, ebenfalls spirituell ist.
Glaube, Weltbild, Wertesystem - können völlig verschieden sein.

Ich bin keiner Religion mehr zugehörig und bete ebenso gern zu Allah, zu Brahman oder gehe in die Stille des Zen für jemanden. Atheisten sind nicht selten  spirituell, lehnen nur die religiös geprägten Begriffe ab. 

Mein eigenes Weltbild ist sicherlich bestimmt von Freiheit, Gleichwertigkeit, Solidarität, Pluralismus, Multikulturellem, Demokratie und lernender Liebe.

Ich sehe meine Arbeit als freiwillige Möglichkeit und erlaube mir,  wenn ich keinen Zugang finde, nicht zu behandeln.

Für mich bedeutet eine spirituelle Anbindung eine direkte Verbindung mit dem Göttlichen, die gelebt wird und bewußt ist. 

Das tägliche Leben gibt Gelegenheit, eigene Enge zu überwinden und Kategorisierungen und Konzepte, fixierte Meinungen und Dogma durchlässig zu machen und zu lernen. 

Für mich ist die Einheit aller Menschen und die Freude über die äussere Vielfalt wichtig, Einheit in Vielfalt. 

Meditation, Gebet oder auf Erleuchtung ausgerichtetes Yoga können bei der spirituellen Entwicklung helfen.

Ich empfehle, einmal im Leben Amma Amritananda oder Mother Meera zu besuchen. Sie sind beide echte Avatarinnen und das hat eine besondere Qualität.
Ihr Segen ist frei von Doktrin, das avatarische Bewußtsein erlaubt nach dem Darshan entwickelnde Hilfe und es passt zu allem, das man sonst lebt und praktiziert.

Die meisten erleuchteten Menschen zeigen sich anderen nicht. Es gehört nur manchmal zur dann freigewählten Aufgabe. Wenn Erleuchtete anderen helfen möchten, damit die Seele den Erleuchtungsgeist leichter annehmen kann - wie im Satsang zum Beispiel - entwickelt das oft weiter.
Die Inhalte, die vermittelt werden, wenn es um Lebensführung, Sinn, Religiöses geht, sind bitte immer genauso zu prüfen, wie auch die Inhalte von anderen Menschen.

Es dauert meist sehr lange, bis Prägungen, Glaube, Bedürfnisse der Seelenanteile ganz vom erleuchtenden Bewusstsein gewandelt sind. Je reiner das Bewusstsein ist, desto weniger Inhalte überträgt es.

Vollkommenheit lässt sich nicht bei einer inkarnierten Seele oder einer Identität finden. Der eigene Wunsch nach Idolbildung oder Orientierung darf freundlich bei sich erkannt werden, wenn es so ein Suchen gibt. Oder wie die Buddhisten sagen: der Finger, der auf den Mond zeigt: sieh auf den Mond, nicht auf den Finger.

Entwicklung läßt sich nicht shoppen, nicht verkaufen und kann nicht für einen anderen vollzogen werden. Es ist eigener Impuls, eigene Disziplin, eigene Hingabe, eigene Wandlung gebraucht. Und es gibt unzählige gute Wege, innerlich in direkten Kontakt mit dem Göttlichen zu kommen.




" Tue alles so, als gäbe es keinen Gott und dann vertraue, als hättest du nichts getan und lasse Gott alles erwirken "
 Ignatius de Loyola




und meine eigene Sicht auf die Entwicklung der Spiritualität:

Ich glaube, dass jede Weltsicht, jedes Paradigma immer nur partiell hilfreich sein kann und das Denken den Bewegungen des Bewusstseins folgt und nur ein sehr begrenzter Ausdruck dessen sein kann. 

Ich selbst erlebe die grossen Veränderungen im Bewusstsein so, wie es von indischen Yogis beschrieben wurde: zum einen der Wechsel vom Kali Yuga zum Satya Yuga und der Wechsel vom Pol des göttlich Männlichen zum Pol des göttlich Weiblichen. 

Beides hat sich bereits vollzogen, wird aber erst nach und nach realisiert, je nach der Stärke alter Prägungen und dem Schwingen des alltäglichen Umfelds.
Darum ist es für Kinder leichter, die noch nicht zu sehr geprägt sind, zu spüren, was jetzt kosmisch gefördert ist.
Und wir sollten jungen Erwachsenen mehr Wirkraum geben :)


Der zyklische Wechsel der vier Arten, Bewusstein in der Inkarnation zu erleben und die Formen der Kulturen, die dadurch entstehen, werden seit den Veden berichtet.

Das Kali Yuga oder das "dunkle" Zeitalter ist eine Phase, in der das unbewusste, materielle Bewusstsein dominiert, dazu gehören Empfindungen wie hilflose Identifikation mit dem Körperlichen, Getrenntheit, Angst, Feindseligkeit und aus diesen Illusionen heraus das tötende Verhalten, das Kriegerische, das Wiederholen unbewusster Muster.

Das Satya Yuga ist eine viermal längere Phase der Bewusstseinsentwicklung. Es wird das goldene Zeitalter genannt:  das göttliche Selbst in jeder Seele wird aktiv  und das Leben in der Inkarnation und im Gemeinschaftlichen wird zu einem Grossteil vom höheren Bewusstsein aus entfaltet.

Das führt nicht dazu, dass sich ein Mensch göttlich fühlt, sondern dass ein Leben im Herzen des Göttlichen geborgen ist und davon angeleitet und bereichert das Sein und Tun durchdringt.

Das erleben bereits Einzelne leichter als früher. Bis es kollektive Erfahrung werden kann, dauert es vermutlich noch Generationen. Sollten dann noch Menschen auf der Erde leben können, werden sie sehr viel entwickeltere Kulturen haben, als wir es uns im Moment vorstellen können.

Die Polung vom göttlich Weiblichen aus bringt tiefe Erfüllung in der liebevollen Fürsorge für die Welt und das Leben und das, was in kleinen Ansätzen bereits zu ahnen ist: den Abbau unnötiger Hierarchien, mehr Entscheidungen, die aus group-thinking stammen, Hingabe und Wertschätzung für Beziehungen,  Natur, Versorgung Bedürftiger, konkret verantwortliches Verhalten für das Leben.

Spirituell war die Dominanz des göttlich Männlichen über einige Jahrtausende erlebt worden. Sehr positiv oft und natürlich auch toxisch, Anleitung und positiv stärkende Autorität, Vorbildlichkeit und tradierte Erleuchtungslinien gab es genauso wie irreführende Gurus, erniedrigende religiöse Vorschriften und materielle Ausbeutung. Transzendenz war durch spirituelle Techniken erzielt worden, die meist die Befreiung aus den niederen Dimensionen erzielte, indem ein sich dem Weltlichen Entziehen gelebt wurde. Das Kloster, die Klause, die Höhle des Yogi oder inneres Nichtbeteiligen.
Jeder Mensch hat weibliche und männliche Energien, diese Entwicklung ist in keiner Weise mit dem Geschlecht des Körpers verbunden.

Erleuchtungsbewusstsein durch das göttlich Weibliche geschieht leichter hingegen durch ein liebevolles Fördern des konkreten Lebens in Verbundenheit mit dem Selbst.
Also nicht persönlich, sondern das Persönliche transzendierend im Geben.
Das Erkennen und Wertschätzen unterschiedlicher Bedürfnisse und das Helfen dabei, die Grundlagen zu bekommen, gedeihen zu können, entsprechen dieser Dynamik.

Einfach gesagt, die Kombination des  Kali Yuga und der Dominanz des göttlich Männlichen hat zu dem geführt kulturell, was wir als Ökozid erleben.

Die Zerstörung des Lebens auf der gesamten Erde rührt aus  alten materialistischen Empfindungen und Denken her, indem über lange Zeiträume immer mehr Natur die eigene Lebendigkeit und Beseeltheit abgesprochen wurde, bis sich ein Wirtschaften etablieren konnte, das ignorant gewaltsam ist und dabei Krieg gegen das Leben führt. 

Aus meinem Empfinden ist also viel Gutes von der Entwicklung der Menschen zu erwarten in Zukunft.

Das Bewusstsein in den Seelen steigt stetig an. 2010 habe ich das erste Mal realisiert, wie klar das bei Wildtieren bereits zu merken ist. Im Kontakt mit Menschen erkennen sie den freien Willen des Menschen. Womit die karmische Last seitdem relevant ansteigt für die, die ohne Notwehr und absichtsvoll Leid bei Tieren hervorrufen, besonders bei Tieren, die ins Wehrlose gezüchtet wurden und jetzt nahezu industriell gehalten werden.




Der Anstieg des Bewusstseins im Satya Yuga bringt essentielle Veränderungen :

- jede Seele erlebt in der Inkarnation eine direktere Anbindung an die göttliche Quelle, das eine kosmische Bewusstsein, das einen Teil seiner Energie in das Spiel des Kosmos gibt und Seelen erschafft, die als kleine und grosse Schöpferwesen mitgestalten und erleben

- durch diese innere Anbindung werden die äusseren Formen des Lebens mehr in ihrer Schönheit und Vielfalt empfunden und zugleich die innere Heimat aller im göttlichen Leben. 
Dadurch tritt weniger Angst auf, positive Resonanzen können sich finden, Verhalten, das auf der Illusion der Trennung beruht wie kämpfendes oder gar tötendes Verhalten tritt seltener auf. Die unbewusste Schwingung der Involution kann das individuelle Bewusstsein weniger beeinflussen und die Entwicklung vollzieht sich mehr aus dem höheren Bewusstsein in die langsamer schwingenden Bereiche.

Kurz gesagt ist das spiritueller Aufstieg in jedem  Leben, deshalb wird das Satya Yuga auch das goldene Zeitalter genannt.

Das einzelne Leben und das Gemeinschaftliche entwickeln sich leichter in positiven Wechselwirkungen weiter.

- durch die stete Selbstaktivierung des göttlichen Funkens in jeder Seele wird das sehr konkrete innere Lernen mit viel Freude geschehen und soziales Verhalten wie auch Naturverständnis in einer Weise entfalten, die ich mangels eines passenderen Wortes ganzheitlich nennen würde. Wertschätzung für die unbewussteren Ebenen und das Überbewusste entwickeln sich gleichzeitig

- Spirituell bedeutet das, die alten religiösen Funktionen für die Communities wie Übergangsrituale zu gestalten  und die Einflussnahme auf die ethische Wertebildung werden unwichtiger und vermutlich werden Gruppenerlebnisse zum Annehmen der eigenen Bewusstwerdung wichtiger

Damit das Bewusstsein sich in grösseren Kollektiven so entwickeln kann, braucht es vermutlich noch viel Zeit, denn das unbewusste Festhalten und Identifizieren mit vergangenen Kollektiverlebnissen ist noch stark bei vielen. Und Seelen, die noch nicht oft inkarniert waren, innerlich noch formloser und unsicherer sind, suchen im Aussen klare Autorität und Führung und nehmen sogar schädliche Anforderungen wie Gehorsam, Bestrafung, Fehlentscheidungen und negative Fremdbestimmung aus diesem Bedürfnis heraus in Kauf. Für diese "jungen" Seelen braucht es positive und strukturierte Autoritäten, was im Moment mehrheitlich fehlt.

Das Wiederholen instinktiver Ängste, Rache, Bestrafungen, der Glaube an die Überlegenheit der Gewalt, Unterordnung, Abgeben von Eigenmacht an Herrschende, die systematische Naturzerstörung - diese Dynamiken sind massiver als früher an die Oberfläche gekommen und müssen kollektiv überwunden werden.
Im Moment ist es noch so, dass altes Verhalten Leidspiralen wiederholt.
Dennoch ist die energetische natürliche Entwicklung unaufhaltsam in Gang gekommen. Die Ausrichtung und der Anstieg der Schwingung sind wie ein kosmischer Fluss, gegen den die alten geprägten Verhalten immer weniger ausrichten können und schliesslich davon gereinigt werden.

Vermutlich wird die Entwicklung  in Sprüngen geschehen, jede Generation wird sich leichter aus dem Jetzt heraus verhalten können, mehr Vergangenheit angesehen und überwunden haben. Und wie viele indigene Kulturen noch einen Schatz an Erfahrungen von gesundem Leben mit der Natur überliefern, so kann das Beste aus der Geschichte wieder zu Bausteinen neuen Verhaltens werden.

Bei allen zu erwartenden Krisen, ist also auch zu erwarten, das stetig humanitäres Verhalten in mindestens demselben Tempo gelernt wird. Was noch nicht Mensch in uns geworden ist ( unbewusstes Instinktives ), wird mitgetragen von dem, was den Menschen bereits überragt.

Die Entwicklung nicht-tödlicher Waffen, naturschonendes Wirtschaften, globale direkte Solidarität, direktere Demokratie mit neuen Institutionen, klügere Wahlmöglichkeien, Überwinden polarisierender Meinungsbildung,  Einsetzen von Erfindungen erst nach langen Ökochecks etc. würden einer solchen Übergangsdynamik folgen - aber das ist meine sehr eigene Phantasie dazu:)
Und mensch entschuldige bitte meinen chronischen Optimismus, das ist sicherlich grossteils meiner Arbeit geschuldet.
Um in die lösenden states zu kommen, darf man sich nicht in den Problemen verlaufen.











"Doch das Zeitlose in euch weiss von der Zeitlosigkeit des Lebens, und es weiss, dass jedes Gestern nur die Erinnerung und jedes Morgen nur der Traum des Heutigen ist.
Und dass das, was in euch singt und betrachtet, noch immer in den Grenzen jenes ersten Augenblicks lebt, welcher die Sterne im Kosmos verteilte.
Wer von euch fühlt nicht, dass seine Kraft zu lieben grenzenlos ist ? Und ist nicht die Zeit wie die Liebe, ungeteilt und schrittelos ? Und wenn ihr die Zeit in Gedanken schon teilen müsst in Zeiten, so lasst jede einzelne Zeit alle anderen umfassen, und lasst das Heute die Vergangenheit mit Erinnerung und die Zukunft mit Sehnsucht umarmen."

Khalil Gibran








Aurobindo beschreibt das Lernen des Bewußtseins im Individuum präzise.
Mit Mental meint er die Energie und das Bewußtsein des Gedankenkörpers,
das Übermentale meint den Bereich der kosmischen Begriffe und Dimensionen wie den Bereich der Ideen, auch der Ideen, die unseren Verstand strukturieren und mit dem Supramentalen meint er das höhere Bewußtsein des Göttlichen, von dem wir entwickelt werden, soweit es geht, es aber natürlich nie verstehen können.
Hier eine längere Passage aus dem Buch "das Göttliche Leben":

"Tatsächlich bemißt das Mental Zeit durch Ereignis und Raum durch Materie. In der reinen Mentalität ist es aber möglich, die Bewegung von Ereignis und die Anordnung von Substanz unbeachtet zu lassen und die reine Bewegung der Bewußten Kraft zu betrachten, die Raum und Zeit konstituiert. Dann sind Raum und Zeit nur zwei Aspekte jener universalen Bewußtseinskraft, die, ineinander verflochten, in ihrer Wechselwirkung Kette und Schuß des Gewebes ihrer Einwirkung auf sich selbst umfaßt. Für ein Bewußtsein, das höher ist als das Mental, unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit einem einzigen Blick überschauen und die drei in sich enthalten würde, statt in ihnen enthalten zu sein, und das auch nicht auf einen besonderen Augenblick der Zeit als den Ort des Schauens festgelegt wäre, könnte sich die Zeit wohl als eine ewige Gegenwart darstellen. Für dasselbe Bewußtsein, das nicht auf einen bestimmten Punkt des Raumes fixiert wäre, sondern alle Punkte und Bereiche in sich enthielte, könnte sich der Raum als eine subjektive und unteilbare Ausdehnung darbieten, - nicht weniger subjektiv als die Zeit. In gewissen Augenblicken nehmen wir eine solche unteilbare Schau wahr, die durch ihre unveränderliche selbst-bewußte Einheit die Verschiedenartigkeiten des Universums trägt und zusammenhält. Wir dürfen aber jetzt nicht fragen, wie sich die Inhalte von Zeit und Raum dort in ihrer transzendenten Wahrheit darstellen würden. Denn das kann unser Mental nicht begreifen. Es ist sogar dazu bereit, diesem Unteilbaren jede Möglichkeit zu bestreiten, die Welt auf eine andere Art zu erkennen als auf die unseres Mentals und unserer Sinne.

Was wir einzusehen haben und auch bis zu einem gewissen Grad begreifen können, ist die einheitliche Schau und die allumfassende Betrachtung, durch die das Supramental die Aufeinanderfolgen der Zeit und die Einstellungen des Raumes umgreift und miteinander vereint. Bestünde nicht dieser Faktor der Aufeinanderfolge der Zeit, gäbe es zunächst weder Veränderung, noch Fortschritt. Unablässig würde sich eine vollkommene Harmonie offenbaren, gleichzeitig mit anderen Harmonien in einer Art ewigen Augenblicks, ohne ihnen zeitlich zu folgen in der Bewegung von der Vergangenheit zur Zukunft. Statt dessen haben wir die ständige Aufeinanderfolge einer sich entfaltenden Harmonie, in der die Melodie aus einer anderen, ihr vorausgegangenen, aufsteigt und in sich das birgt, was sie ersetzt hat. Würde die Selbst-Manifestation ohne den Faktor des teilbaren Raums existieren, gäbe es keine veränderliche Beziehung der Formen und kein Aufeinanderprallen der Kräfte. Alles würde wohl existieren, aber nicht zum Wirken entfaltet sein, - ein raumloses, rein subjektives Selbst-Bewußtsein würde alle Dinge in einem unendlichen subjektiven Verständnis in sich enthalten, etwa wie in der Phantasie eines kosmischen Poeten oder Träumers, es würde sich aber nicht in einer unbegrenzten objektiven Selbst-Ausbreitung über sie alle verteilen. Wäre allein die Zeit wirklich, würden ihre Aufeinanderfolgen die reine Entfaltung sein. In subjektiver freier Spontaneität würde eine Melodie aus der anderen aufsteigen wie in einer Komposition oder in einer Reihe poetischer Bilder. Statt dessen haben wir eine von der Zeit ausgearbeitete Harmonie in Begriffen von Formen und Kräften, die in einer alles enthaltenden, räumlichen Ausdehnung zueinander in Beziehung stehen, eine unaufhörliche Aufeinanderfolge von Mächten und Figuren der Dinge und Ereignisse in unserer Schau des Daseins.

In diesem Feld von Zeit und Raum sind verschiedenartige Potentialitäten verkörpert, räumlich angeordnet und zueinander in Beziehung gesetzt Jede besitzt ihre Mächte und Möglichkeiten, tritt anderen Mächten und Möglichkeiten entgegen, so daß, im Ergebnis, die Aufeinanderfolgen der Zeit dem Mental als Zusammenprall oder Kampf der Dinge erscheinen, nicht als durch spontane Aufeinanderfolge bewirkt. In Wirklichkeit gibt es ein spontanes Ausgestalten der Dinge von innen her. Der äußere Zusammenprall und Kampf ist nur der vordergründige Aspekt dieses schöpferischen Prozesses. 
Das innere, eingeborene Gesetz des Einen und Ganzen, das notwendigerweise Harmonie ist, regiert die äußeren, das Verfahren bestimmenden Gesetze der Teile oder Formen. Für die supramentale Schau ist diese höhere und tiefere Wahrheit der Harmonie immer gegenwärtig. Was dem Mental als Disharmonie erscheint, weil es jede Sache gesondert betrachtet, ist für das Supramental ein Element der allgemeinen, immer gegenwärtigen und sich entfaltenden Harmonie, da es alle Dinge in vielfältiger Einheit schaut. 
Außerdem sieht das Mental nur eine gegebene Zeit und einen gegebenen Raum und schaut viele Möglichkeiten durcheinander als alle mehr oder minder in dieser Zeit und in diesem Raum verwirklichbar. Das göttliche Supramental hingegen sieht die ganze Ausdehnung von Zeit und Raum und kann alle Möglichkeiten des Mentals zusammenfassend überblicken und noch viele dazu, die für das Mental nicht sichtbar sind. Es tut das ohne Irrtum, ohne Herumtasten oder Konfusion. Denn es gewahrt jede Potentialität in ihrer eigenen Kraft, ihrer wesenhaften Notwendigkeit und ihrer richtigen Beziehung zu den anderen. Es weiß Zeit, Ort und Umstand ihrer stufenweisen ebenso wie ihrer endgültigen Verwirklichung. Die Dinge stetig zu sehen und als Ganzes zu überschauen, ist für das Mental nicht möglich. Gerade das ist aber die eigentliche Natur des transzendenten Supramentals."